Stethoskop auf hellem Holztisch neben einem geschlossenen Buch
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Wie wird man Oberarzt?

Beruf und Karriere
Aktualisiert: 28. Oktober 2026 Redaktion:

Wie wird man Oberarzt? Über Medizinstudium, Approbation und Facharzt-Weiterbildung. Danach überträgt der Arbeitgeber die Verantwortung für einen Bereich der Klinik. Wir haben Approbationsordnung, Bundesärzteordnung, die Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer und die Tarifverträge des Marburger Bundes gelesen. Gehälter nennen wir nur aus den Tariftabellen, mit Stand. Gelesen haben wir die Quellen am 28. Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Weg: Studium, Approbation, Facharzt, dann die Funktion als Oberarzt.
  • Das Studium dauert sechs Jahre mit Praktischem Jahr.
  • Die Facharzt-Weiterbildung dauert mindestens 60 bis 72 Monate, je nach Fach.
  • Oberarzt ist, wem der Arbeitgeber Verantwortung für einen Bereich überträgt.
  • Tarif Stufe 1: 9.576,69 Euro (Unikliniken) und 9.459,56 Euro (kommunal) im Monat.

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Wie wird man Oberarzt? Der Weg in Kürze

Stethoskop auf einem hellen Holztisch neben einem geschlossenen Buch

Wie wird man Oberarzt? Kurz gesagt: Sie studieren Medizin, erhalten die Approbation und machen eine Facharzt-Weiterbildung. Danach überträgt Ihnen der Arbeitgeber die Verantwortung für einen Bereich der Klinik. Oberarzt ist keine Weiterbildungsbezeichnung der Ärztekammer.

Oberarzt ist also eine Funktion. So steht es auch in den Tarifverträgen für Ärztinnen und Ärzte. Die Tabelle zeigt die vier Stationen.

StationWas giltQuelle
Studium6 Jahre, 5.500 Stunden, zuletzt das Praktische JahrApprobationsordnung § 1
ApprobationErlaubnis, als Arzt zu arbeiten, nach bestandener ärztlicher PrüfungBundesärzteordnung §§ 2, 3
FacharztWeiterbildung an zugelassenen Weiterbildungsstätten, zum Beispiel mindestens 60 Monate in der Inneren MedizinMuster-Weiterbildungsordnung
OberarztArbeitgeber überträgt die medizinische Verantwortung für einen Teil- oder FunktionsbereichTV-Ärzte, TV-Ärzte/VKA

Alle Angaben stammen aus Quellen, die wir am 28. Oktober 2026 gelesen haben.

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3. November 2026 02:22

Studium und Approbation

Wie lange dauert das Studium? Laut Approbationsordnung sechs Jahre mit 5.500 Stunden (ÄApprO § 1). Das letzte Jahr ist das Praktische Jahr. Es dauert 48 Wochen.

Dazu kommen Erste Hilfe, drei Monate Krankenpflegedienst und vier Monate Famulatur. Die ärztliche Prüfung hat drei Abschnitte. Die Regelstudienzeit liegt bei sechs Jahren und drei Monaten.

Und dann? Wer in Deutschland als Arzt arbeiten will, braucht in der Regel die Approbation (BÄO § 2). Sie wird auf Antrag erteilt. Bedingungen sind unter anderem die bestandene Prüfung, gesundheitliche Eignung, Zuverlässigkeit und Deutschkenntnisse (BÄO § 3).

Sie interessieren sich auch für andere Berufe im Krankenhaus? Lesen Sie, wie man Krankenschwester wird.

Facharzt-Weiterbildung: wie lange dauert sie?

Wann beginnt die Weiterbildung? Erst nach der Approbation. So steht es in der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer (MWBO 2018, Fassung vom 3. Juli 2026). Sie arbeiten dabei bezahlt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte.

Die Zeiten sind Mindestzeiten. Sie verlängern sich, wenn Inhalte in der Zeit nicht gelernt werden. Am Ende steht eine Prüfung bei der Ärztekammer. Verbindlich ist die Ordnung Ihrer Landesärztekammer.

Zwei Beispiele aus der Musterordnung:

FacharztMindestzeitDavon Pflicht
Innere Medizin60 Monate48 Monate Innere Medizin (30 stationär), 6 Monate Notaufnahme, 6 Monate Intensivmedizin
Allgemeinchirurgie72 Monate36 Monate Allgemeinchirurgie, 6 Monate Notaufnahme, 6 Monate Intensivmedizin

Was heißt das für die Dauer? Rechnen wir Studium und Weiterbildung zusammen. In der Inneren Medizin sind es rechnerisch mindestens elf Jahre bis zum Facharzt. In der Allgemeinchirurgie mindestens zwölf Jahre. Andere Fächer haben andere Zeiten.

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3. November 2026 02:22

Was ist ein Oberarzt laut Tarifvertrag?

Leerer heller Klinikflur mit Fensterfront und Tageslicht

Ab wann ist man Oberarzt? Wenn der Arbeitgeber die Funktion überträgt. Die beiden großen Ärztetarife des Marburger Bundes beschreiben das etwas unterschiedlich.

TarifvertragWer ist Oberarzt?
TV-Ärzte (Unikliniken, TdL), § 12Wem die medizinische Verantwortung für Teil- oder Funktionsbereiche der Klinik oder Abteilung übertragen wurde. Oder ein Facharzt in einer Spezialfunktion, für die der Arbeitgeber eine Schwerpunkt- oder Zusatzweiterbildung fordert.
TV-Ärzte/VKA (kommunale Kliniken), § 16Wem die medizinische Verantwortung für selbstständige Teil- oder Funktionsbereiche ausdrücklich übertragen wurde.
Leitender Oberarzt (VKA), § 16Wem die ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes ausdrücklich übertragen wurde. In der Regel nur eine Person je Klinik.

Quellen: TV-Ärzte, Stand 1. April 2026 und TV-Ärzte/VKA, Stand 1. Juli 2025. Der Titel auf dem Türschild reicht für die Bezahlung also nicht. Es zählt die übertragene Verantwortung.

Wie lange muss man vorher Facharzt sein? Eine Mindestzeit nennt keine der Primärquellen. Ein Beitrag auf aerztestellen.aerzteblatt.de nennt den Facharzt als Voraussetzung. Theoretisch gehe es direkt nach der Prüfung, viele arbeiten aber erst einige Jahre als Facharzt (aerztestellen, Mai 2020).

Führung gibt es auch in der Pflege. Mehr dazu lesen Sie in wie wird man Pflegedienstleitung.

Was verdient ein Oberarzt?

Was steht im Tarif? Die Tabelle zeigt das monatliche Tabellenentgelt in der Entgeltgruppe Ä3 bzw. III. Brutto, bei 40 Wochenstunden (Entgelttabelle TdL, 9. Juni 2026, Entgelttabelle VKA, Stand 13. Januar 2025).

StufeUnikliniken (TdL), 1.4.2026 bis 31.8.2027Kommunale Kliniken (VKA), 1.6. bis 31.12.2026
1. Jahr9.576,69 €9.459,56 €
ab 4. Jahr10.139,57 €10.015,53 €
ab 7. Jahr10.944,77 €10.810,95 €
ab 10. Jahr11.265,33 €keine weitere Stufe

Zum Vergleich: Facharzt Stufe 1 liegt bei 7.645,72 Euro (TdL) und 7.552,19 Euro (VKA). Ab dem 1. September 2027 steigt Oberarzt Stufe 1 an Unikliniken auf 9.811,32 Euro. Die VKA-Tabelle endet am 31. Dezember 2026.

Gilt das überall? Nein. Private Träger wie Asklepios, Helios oder Sana haben eigene Tarifverträge (Tarifvertragsliste Marburger Bund).

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Steigt das Gehalt mit den Jahren?

Ja, über Stufen. Bei kommunalen Kliniken kommt Stufe 2 nach drei Jahren als Oberarzt beim selben Arbeitgeber, Stufe 3 nach sechs Jahren. Dabei zählt auch die Leistung. An Unikliniken gibt es vier Stufen.

Es geht auch mehr. Unikliniken dürfen bis zu zwei Stufen vorweg zahlen, etwa um Personal zu gewinnen. Kommunale Kliniken dürfen nach einer angemessenen Zeit in der letzten Stufe ein außertarifliches Entgelt vereinbaren.

Und aufs Jahr? Zwölf mal Stufe 1 ergibt 114.920,28 Euro (TdL) und 113.514,72 Euro (VKA). Ohne Dienste, Zulagen und Sonderzahlungen. Eine frühere Fassung dieses Artikels nannte 6.200 Euro im Monat. Das liegt deutlich unter dem Tarif.

Was wir nicht geprüft haben

Was fehlt? Die Weiterbildungsordnungen der einzelnen Landesärztekammern haben wir nicht gelesen. Auch nicht die Haustarife privater Klinikträger. Netto, Bereitschaftsdienste und Sonderzahlungen rechnen wir nicht aus. Gerichtsurteile zur Einstufung als Oberarzt und den Weg zum Chefarzt haben wir nicht geprüft.

Fazit: So wird man Oberarzt

Der Weg führt über Studium, Approbation und Facharzt. Oberarzt werden Sie, wenn Ihnen der Arbeitgeber die Verantwortung für einen Bereich überträgt. Im Tarif liegt das Einstiegsentgelt Ende 2026 bei rund 9.500 Euro brutto im Monat. Alle Zahlen stammen aus Quellen vom 28. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wie wird man Oberarzt?

Über Medizinstudium, Approbation und Facharzt-Weiterbildung. Dann überträgt der Arbeitgeber die medizinische Verantwortung für einen Teil- oder Funktionsbereich (TV-Ärzte/VKA § 16).

Wie lange dauert es, Oberarzt zu werden?

Studium sechs Jahre, dann die Weiterbildung, etwa mindestens 60 Monate in der Inneren Medizin (MWBO). Eine feste Wartezeit danach schreiben die Tarifverträge nicht vor.

Muss man Facharzt sein, um Oberarzt zu werden?

In der Praxis ja, das nennt aerztestellen.aerzteblatt.de als Voraussetzung (aerztestellen). Der TV-Ärzte/VKA spricht in der Definition von Ärztin oder Arzt.

Wie viel verdient ein Oberarzt?

Laut Tarif in Stufe 1 9.576,69 Euro (Unikliniken, ab 1.4.2026) oder 9.459,56 Euro (kommunale Kliniken, bis 31.12.2026) brutto im Monat (TdL, VKA).

Was ist der Unterschied zwischen Oberarzt und Leitendem Oberarzt?

Der Leitende Oberarzt vertritt die Chefärztin oder den Chefarzt ständig. In der Regel gibt es nur einen je Klinik (TV-Ärzte/VKA § 16).

Steigt das Gehalt als Oberarzt mit den Jahren?

Ja. Bei kommunalen Kliniken nach drei und sechs Jahren, an Unikliniken in vier Stufen bis zum 10. Jahr (TV-Ärzte, Entgelttabelle TdL).

Quellen