Wie wird man Diplomat? Voraussetzungen, Auswahl und Gehalt
Diplomat zu werden ist schwer, aber planbar. Ohne Studium geht im höheren Dienst nichts: Es müssen mindestens fünf Jahre sein, dazu kommen ein hartes Auswahlverfahren und 14 Monate Vorbereitungsdienst. Es gibt noch einen zweiten Einstieg über den gehobenen Dienst. Hier lesen Sie, wie beide Wege laufen, was man verdient und wie man Botschafter wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Höherer Dienst: Studium mit Master oder Staatsprüfung, dann 14 Monate Vorbereitungsdienst.
- Gehobener Dienst: dreijähriges duales Studium, Zugang mit (Fach-)Hochschulreife.
- Englisch und eine zweite Sprache wie Französisch sind Pflicht.
- Einstieg nach dem Vorbereitungsdienst in A 13, etwa 5.198 Euro brutto laut Auswärtigem Amt.
- Botschafter wird man nicht per Bewerbung, sondern über die Karriere im höheren Dienst.
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Was macht ein Diplomat?
Was macht ein Diplomat eigentlich den ganzen Tag? Er vertritt die Bundesrepublik im Ausland, an Botschaften, Generalkonsulaten und bei internationalen Organisationen. Im höheren Dienst, so das Auswärtige Amt, gestaltet man deutsche Außenpolitik aktiv mit.
Ein Diplomat arbeitet nicht nur im Ausland. Wer im Auswärtigen Dienst ist, wechselt zwischen der Zentrale in Berlin und den Auslandsvertretungen. Laut Auswärtigem Amt unterhält Deutschland 153 Botschaften, 12 multilaterale Vertretungen, 61 Generalkonsulate und Konsulate sowie ein Vertretungsbüro.
8. November 2026 02:30
Wie wird man Diplomat? Der Weg im höheren Dienst
Wie wird man Diplomat in Deutschland? Der klassische Weg ist der höhere Auswärtige Dienst. Er beginnt mit einer Bewerbung beim Auswärtigen Amt und endet nach einem Auswahlverfahren und 14 Monaten Vorbereitungsdienst. Die Voraussetzungen nennt das Auswärtige Amt so:
- Staatsangehörigkeit: Deutsche im Sinne von Artikel 116 Grundgesetz, weitere Staatsangehörigkeiten sind grundsätzlich möglich
- Studium: mindestens fünf Jahre Regelstudienzeit, abgeschlossen mit Staatsprüfung oder Master
- Englisch: sehr gute Kenntnisse
- Zweite Sprache: sehr gutes Französisch oder eine andere genannte Sprache, etwa Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Spanisch
Welches Fach Sie studieren, ist offen. Laut FAQ des Auswärtigen Amts sind aber besonders Juristen, vor allem Volljuristen, und Wirtschaftswissenschaftler gefragt.
Das Auswahlverfahren
Wie läuft die Bewerbung ab? Das Auswärtige Amt beschreibt fünf Schritte:
- Online-Bewerbung über das Portal Interamt
- Prüfung der Unterlagen, sie dauert zwei bis vier Wochen
- schriftliches Verfahren online
- mündliches Assessment Center in Berlin
- Gesundheitsuntersuchung und Sicherheitsüberprüfung
Für den Einstellungstermin im Mai 2027 lief die Bewerbungsfrist vom 8. Juni bis 28. Juli 2026. Der schriftliche Teil fand am 1. September 2026 statt, das Assessment Center folgt im November. Angestrebt waren voraussichtlich 30 Attachés. Das Verfahren ist also hoch selektiv.
Gibt es eine Altersgrenze? Eine Höchstaltersgrenze gibt es laut FAQ nicht mehr. Berufungen sollen aber grundsätzlich nur erfolgen, wenn die Bewerbenden das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, es sei denn, es fehlen jüngere Kandidaten.
8. November 2026 02:30
Der Vorbereitungsdienst an der Akademie
Wer das Verfahren besteht, wird Attaché. Der Vorbereitungsdienst dauert 14 Monate und beginnt in der Regel Anfang Mai an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tegel. Man ist Beamter auf Widerruf und erhält Anwärterbezüge.
In Blockseminaren geht es um Volkswirtschaftslehre, Geschichte und internationale Politik, Völkerrecht sowie Rechts- und Konsularwesen. Dazu kommen praktische Phasen in der Zentrale oder an Auslandsvertretungen, Rhetorik, Verhandlungstechnik und Krisenmanagement. Am Ende steht eine schriftliche und mündliche Laufbahnprüfung. Wer sie besteht, wird im Juli des Folgejahres zum Beamten auf Probe ernannt.
Gehobener Dienst: der zweite Einstieg
Es geht auch ohne Studium vorab. Das Auswärtige Amt bietet ein duales Studium für den gehobenen Auswärtigen Dienst an. Laut der Ausschreibung reicht dafür die (Fach-)Hochschulreife. Das Studium dauert drei Jahre, die Bewerbung läuft einmal jährlich, normalerweise im August, über Interamt.
Verlangt werden unter anderem sehr gutes Deutsch, gutes Englisch und Grundkenntnisse in Französisch oder einer weiteren genannten Sprache. Die Bezüge liegen laut Ausschreibung bei etwa 1.797 Euro brutto im Monat (Stand 2025). Der gehobene Dienst ist ein anderer Weg als der höhere Dienst, er führt nicht automatisch in dessen Ämter.
| Höherer Dienst | Gehobener Dienst | |
|---|---|---|
| Zugang | Master oder Staatsprüfung, mindestens fünf Jahre Studium | (Fach-)Hochschulreife |
| Ausbildung | 14 Monate Vorbereitungsdienst | 3 Jahre duales Studium |
| Bewerbung | Sommer, schriftlich und mündlich | jährlich, normalerweise im August |
| Einstieg | Attaché, danach A 13 | Anwärter, etwa 1.797 Euro brutto (2025) |
Was verdient ein Diplomat?
Wie viel verdient man im höheren Dienst? Laut Auswärtigem Amt erhalten Anwärter im Inland etwa 2.703 Euro brutto im Monat (ledig). Nach der Laufbahnprüfung beginnt man mit A 13, in Erfahrungsstufe 1 sind das etwa 5.198 Euro brutto.
Dazu kommen im Ausland Zuschläge. Die Angaben des Amts sind nicht datiert. Besoldung wird regelmäßig angepasst, prüfen Sie die aktuellen Zahlen deshalb in der Besoldungstabelle des Bundes.
Botschafter werden
Wie wird man Botschafter? Nicht per Bewerbung. Deutsche Botschafter sind laut Wikipedia vom Bundespräsidenten ernannte Beamte des höheren Auswärtigen Dienstes. Der Weg führt also über die Diplomatenlaufbahn und viele Jahre Erfahrung.
Ehemalige Politiker werden in Deutschland nur selten Botschafter. Die meisten Posten sind in A 16 oder höher eingestuft, einige große Botschaften in B 9.
Rotation und Familie
Was bedeutet das Leben als Diplomat für die Familie? Das Rotationsprinzip ist laut FAQ zentral. Alle drei bis vier Jahre wechseln Dienstort und Aufgabenbereich, und das ganze Berufsleben lang. Auch Familienangehörige müssen vor Auslandseinsätzen gesundheitlich untersucht werden.
Wer Wurzeln an einem Ort schätzt, sollte sich das gut überlegen. Wer gern neue Länder kennenlernt, findet hier einen der wenigen Berufe, in dem das zum Alltag gehört.
8. November 2026 02:31
Fazit: So wird man Diplomat
Diplomat wird man im höheren Auswärtigen Dienst über ein Studium von mindestens fünf Jahren, ein mehrstufiges Auswahlverfahren und 14 Monate Vorbereitungsdienst. Der gehobene Dienst ist mit dreijährigem dualem Studium der Einstieg ohne Hochschulabschluss.
Der beste erste Schritt: Prüfen Sie die aktuellen Fristen auf den Karriereseiten des Auswärtigen Amts und bauen Sie früh Ihr Englisch und Ihre zweite Sprache aus.
Häufige Fragen
Wie wird man Diplomat?
Im höheren Dienst mit Master oder Staatsprüfung (mindestens fünf Jahre Studium), Auswahlverfahren und 14 Monaten Vorbereitungsdienst. Quelle: Auswärtiges Amt.
Welches Studium braucht man als Diplomat?
Das Fach ist offen. Laut Auswärtigem Amt sind Juristen und Wirtschaftswissenschaftler besonders gefragt.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Der Vorbereitungsdienst im höheren Dienst dauert 14 Monate, das duale Studium im gehobenen Dienst drei Jahre.
Gibt es eine Altersgrenze?
Eine Höchstaltersgrenze gibt es nicht mehr. Berufungen sollen aber grundsätzlich vor dem 50. Geburtstag erfolgen.
Was verdient ein Diplomat?
Nach dem Vorbereitungsdienst beginnt man mit A 13, laut Auswärtigem Amt etwa 5.198 Euro brutto in Erfahrungsstufe 1.
Wie wird man Botschafter?
Botschafter sind Beamte des höheren Auswärtigen Dienstes, die der Bundespräsident ernennt. Eine Bewerbung als Botschafter gibt es nicht.











