Wie wird man Schwimmlehrer? Ausbildung und Voraussetzungen
Zur Ausbildung als diplomierte*r Schwimmlehrer*in beim Deutschen Schwimmlehrerverband (DSLV) kursieren im Netz die unterschiedlichsten Zahlen, mal 120, mal 90, mal 135 Unterrichtseinheiten. Die aktuelle, direkt beim DSLV nachgeprüfte Zahl lautet: 150 Unterrichtseinheiten, davon 127 in Theorie und Praxis und 23 in Form von Hospitationen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Ausbildung zum/zur diplomierten Schwimmlehrer*in beim DSLV umfasst 150 Unterrichtseinheiten, nicht 120, 90 oder 135, wie es in älteren Ratgebertexten zu diesem Thema unterschiedlich behauptet wird.
- Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 18 Jahren, das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber (nicht älter als zwei Jahre), ein Erste-Hilfe-Kurs (ebenfalls nicht älter als zwei Jahre) sowie ein erweitertes Führungszeugnis.
- Die Ausbildung dauert rund sechs Monate, startet zweimal jährlich (Frühling und Herbst) und kostet 1.800 Euro zuzüglich des DSLV-Mitgliedsbeitrags, im ersten Jahr passiv und kostenfrei.
- Sie läuft überwiegend als Selbststudium auf einer Lernplattform mit begleitenden Zoom-Terminen, ergänzt um ein Praxis-Wochenende und einen separaten Prüfungstag mit Klausur, schriftlicher Ausarbeitung und praktischer Lehrprobe.
- Mindestens 393 Menschen sind 2025 in Deutschland ertrunken, 18 weniger als 2024, so die DLRG. Das zeigt den gesellschaftlichen Bedarf an Schwimmunterricht, ist aber keine Aussage über einen bestimmten Ausbildungsweg.
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Als bevorzugte Quelle festlegenDer Weg zum Schwimmlehrer im Überblick
Wer in Deutschland offiziell als Schwimmlehrer oder Schwimmlehrerin arbeiten will, kommt am Deutschen Schwimmlehrerverband kaum vorbei. Der DSLV bietet gemeinsam mit seinem Partner, der Gesellschaft zur Förderung der Schwimmfähigkeit, die Ausbildung zum diplomierten Schwimmlehrer beziehungsweise zur diplomierten Schwimmlehrerin an, seit der ersten Ausbildungswelle im Herbst 2023.
Vor der eigentlichen Ausbildung müssen Bewerber und Bewerberinnen bereits mehrere Nachweise mitbringen, nicht erst am Ende erwerben. Das unterscheidet diesen Weg von manch anderem Zertifikatskurs, bei dem Grundfertigkeiten erst während der Ausbildung vermittelt werden.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Zur Bewerbung braucht es ein Mindestalter von 18 Jahren, das Beherrschen der vier Schwimmarten in Grobform sowie drei mitzubringende Nachweise: das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber, das bei Ausbildungsbeginn nicht älter als zwei Jahre sein darf, einen ebenfalls höchstens zwei Jahre alten Erste-Hilfe-Kurs, und ein erweitertes Führungszeugnis.
Diese Reihenfolge, erst die Grundqualifikationen, dann die eigentliche Fachausbildung, ist kein Zufall: Wer Kindern oder Erwachsenen das Schwimmen beibringt, muss im Ernstfall selbst retten und Erste Hilfe leisten können, bevor er anderen etwas beibringt.
Ablauf und Inhalte der DSLV-Ausbildung
Die Ausbildung umfasst insgesamt 150 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten, davon 127 in Theorie und Praxis sowie 23 in Form von Hospitationen bei laufenden Schwimmkursen. Die vier häufig kursierenden Altzahlen, 120, 90, 135 oder auch 160, entsprechen keiner offiziellen DSLV-Angabe.
Der theoretische Teil läuft überwiegend als Selbststudium auf einer Lernplattform, begleitet von Zoom-Meetings mit Kamerapflicht, deren Versäumnis wie ein Fehltag gewertet wird. Die Praxisinhalte werden an einem festgelegten Wochenende vertieft, üblicherweise in Bayern, mit einer vorbereiteten Übungs-Lehrprobe vor den anderen Teilnehmenden.
Den Abschluss bildet ein eigener Prüfungstag mit drei Teilen: einer einstündigen Online-Klausur, einer schriftlichen Ausarbeitung einer Unterrichtsstunde und einer praktischen Lehrprobe vor Ort. Bestanden ist die Prüfung, wenn in jedem einzelnen Teil mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte erreicht werden und alle sicherheitsrelevanten Aspekte erfüllt sind.
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Dauer und Kosten
Die gesamte Ausbildung erstreckt sich über rund sechs Monate und wird zweimal jährlich angeboten, im Frühling und im Herbst, der jeweils nächste Starttermin steht auf der DSLV-Website. Die Gebühr für die 150 Unterrichtseinheiten liegt bei 1.800 Euro zuzüglich des DSLV-Mitgliedsbeitrags, wobei die Mitgliedschaft im ersten Jahr passiv und kostenfrei ist. Schüler, Studierende und Rentner erhalten 10 Prozent Nachlass, sofern sie den entsprechenden Nachweis bei der Bewerbung einreichen.
Nicht eingerechnet sind Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten für das Präsenzwochenende und den Prüfungstag, die Teilnehmende selbst tragen.
Spezialisierungen nach der Grundausbildung
Nach dem Diplom lässt sich die Ausbildung gezielt erweitern, etwa in Richtung Inklusionsschwimmlehrer, um Menschen mit Beeinträchtigungen zu unterrichten, oder mit Fachmodulen zu bestimmten Zielgruppen wie Kleinkindern. Wer eine eigene Schwimmschule gründen möchte, kann diese zudem vom DSLV zertifizieren lassen, der Verband vergibt eigene Gütesiegel für geprüfte Schwimmschulen und empfohlene Lernprodukte.
Warum qualifizierte Schwimmlehrer gebraucht werden
Mindestens 393 Menschen sind 2025 in Deutschland ertrunken, das sind 18 weniger als im Vorjahr, aber immer noch eine erhebliche Zahl. Nach Angaben der DLRG sterben die meisten Betroffenen in Seen, Teichen, Bächen und Flüssen, nicht in überwachten Schwimmbädern.
Diese Statistik erklärt, warum gesellschaftlich viel in Schwimmausbildung investiert wird, sie ist aber kein Beleg für einen bestimmten Ausbildungsweg oder eine bestimmte Unterrichtseinheiten-Zahl. Sie zeigt vor allem, warum der Bedarf an gut ausgebildeten Schwimmlehrern und Schwimmlehrerinnen hoch bleibt.
Häufige Fragen zum Thema Schwimmlehrer werden
Wie viele Unterrichtseinheiten umfasst die Ausbildung zum Schwimmlehrer?
Aktuell 150 Unterrichtseinheiten, davon 127 in Theorie und Praxis sowie 23 in Form von Hospitationen. Andere im Netz kursierende Zahlen wie 120 oder 90 entsprechen keiner offiziellen DSLV-Angabe.
Welche Voraussetzungen muss ich vor der Bewerbung erfüllen?
Ein Mindestalter von 18 Jahren, das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber und einen Erste-Hilfe-Kurs, beide nicht älter als zwei Jahre, sowie ein erweitertes Führungszeugnis.
Wie lange dauert die Ausbildung und was kostet sie?
Rund sechs Monate, bei zwei Starts pro Jahr im Frühling und Herbst. Die Gebühr liegt bei 1.800 Euro zuzüglich Mitgliedsbeitrag, das erste Mitgliedsjahr ist kostenfrei.
Findet die Ausbildung online oder in Präsenz statt?
Die Theorie läuft als Selbststudium mit begleitenden Zoom-Meetings, Praxis und Prüfung finden an einem festgelegten Wochenende sowie einem eigenen Prüfungstag in Präsenz statt.
Fazit: Eine Zahl, kein Zahlensalat
150 Unterrichtseinheiten, nicht 120, 90 oder 135: Wer sich auf die Ausbildung zum diplomierten Schwimmlehrer beim DSLV vorbereitet, sollte mit dieser einen, direkt beim Verband nachgeprüften Zahl planen. Wichtiger als die genaue Unterrichtseinheiten-Zahl sind ohnehin die Voraussetzungen, die schon vor der Bewerbung erfüllt sein müssen: Rettungsschwimmabzeichen Silber, aktueller Erste-Hilfe-Kurs und erweitertes Führungszeugnis. Wer diese drei Nachweise frühzeitig organisiert, kann sich auf die eigentliche Fachausbildung konzentrieren, statt kurz vor knapp Formalitäten nachzureichen.
Quellen und Recherchestand
Recherchestand: 18. September 2026.
- Ausbildung diplomierte*r Schwimmlehrer*in (DSLV e.V.), Deutscher Schwimmlehrerverband: Umfang (150 UE), Voraussetzungen, Ablauf, Dauer, Kosten.
- Statistik Ertrinken, DLRG e.V.: mindestens 393 Ertrunkene 2025, Vergleichswert 2024.











