Wie lange wird man bei Magen-Darm krankgeschrieben?
Eine akute Magen-Darm-Grippe klingt bei den meisten Menschen innerhalb von drei bis fünf Tagen ab, Erbrechen oft schon nach ein bis drei Tagen. Wie lange die Krankschreibung dauert, entscheidet aber der Arzt im Einzelfall, seit Dezember 2023 kann eine erste Bescheinigung dafür sogar allein nach einem Telefonat ausgestellt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine akute virale Magen-Darm-Grippe (meist Noroviren oder Rotaviren) dauert typischerweise drei bis fünf Tage, in Einzelfällen bis zu einer Woche.
- Seit dem 7. Dezember 2023 können Ärzte nach § 4 Absatz 5a der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie bei leichten Fällen, etwa milden Magen-Darm-Beschwerden, eine Erstbescheinigung von bis zu 5 Kalendertagen allein nach einem Telefonat ausstellen, ein Anspruch der Patienten darauf besteht aber nicht.
- Eine Verlängerung ausschließlich per Telefon ist nur möglich, wenn die Erstbescheinigung aus einem Praxisbesuch stammte. Bei einer rein telefonischen Erstbescheinigung braucht es ab dem sechsten Tag einen persönlichen oder Video-Kontakt.
- Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss spätestens am nächsten Arbeitstag ein ärztliches Attest vorliegen, der Arbeitgeber darf es aber auch schon früher verlangen.
- Ansteckend bleibt man oft länger, als man sich krank fühlt: Noroviren werden häufig noch sieben bis vierzehn Tage nach der Erkrankung ausgeschieden, in Einzelfällen auch länger.
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Wie lange dauert eine Magen-Darm-Grippe?
Meist stecken Noroviren oder Rotaviren dahinter, wenn eine Magen-Darm-Grippe in Deutschland zuschlägt. Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden liegen oft nur 10 bis 48 Stunden, und dann geht es meist schnell: Erbrechen ist bei vielen schon nach ein bis drei Tagen vorbei, der Durchfall zieht sich insgesamt drei bis fünf Tage hin, manchmal auch eine ganze Woche.
Bakterielle Erreger wie Campylobacter verlaufen teils länger und werden in Deutschland regelmäßig gemeldet, laut Meldedaten mit über 40.000 Fällen jährlich, es ist damit die häufigste meldepflichtige bakterielle Durchfallerkrankung im Land.
Telefonische Krankschreibung: Was seit 2023 gilt
Ein Anruf kann seit Ende 2023 tatsächlich reichen. Grundlage ist § 4 Absatz 5a der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie, beschlossen vom G-BA am 7. Dezember 2023: Ärztinnen und Ärzte dürfen danach bis zu 5 Kalendertage krankschreiben, ganz ohne persönlichen Termin. Zwei Dinge müssen dafür passen. Die Beschwerden dürfen nicht schwer sein, und die Praxis muss Sie schon kennen. Genau für Fälle wie eine milde Magen-Darm-Grippe wurde die Regel gemacht.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Einen Anspruch auf eine telefonische Krankschreibung gibt es nicht, die Entscheidung liegt allein bei der Praxis. Und bei anhaltenden Beschwerden ist eine reine Telefon-Verlängerung nicht ohne Weiteres möglich: Stammte bereits die Erstbescheinigung aus einem Praxisbesuch, sind telefonische Folgebescheinigungen erlaubt. Wurde dagegen schon die Erstbescheinigung nur telefonisch ausgestellt, braucht es ab dem sechsten Tag einen persönlichen Termin oder eine Videosprechstunde.
Reguläre Krankschreibung beim Arzt
Unabhängig vom telefonischen Weg gilt gesetzlich: Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss spätestens am darauffolgenden Arbeitstag eine ärztliche Bescheinigung vorliegen. Der Arbeitgeber darf die Vorlage aber ausdrücklich auch früher verlangen, im Zweifel lohnt sich ein Blick in den Arbeitsvertrag oder die Nachfrage beim Arbeitgeber.
Wie lange die Bescheinigung am Ende läuft, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand des Einzelfalls, etwa der Schwere der Symptome und des bisherigen Verlaufs. Eine pauschale Mindestdauer gibt es dafür nicht.
Wie lange bin ich noch ansteckend?
Am ansteckendsten sind Betroffene während der akuten Symptome und in den ersten 48 Stunden danach. Noroviren werden aber häufig noch sieben bis vierzehn Tage nach der Erkrankung über den Stuhl ausgeschieden, in Einzelfällen auch über Wochen, selbst wenn Erbrechen und Durchfall längst vorbei sind.
Für Beschäftigte in Berufen mit engem Publikums- oder Lebensmittelkontakt empfiehlt das Robert Koch-Institut deshalb, frühestens zwei Tage nach Ende der akuten Symptome und unter sorgfältiger Händehygiene wieder zu arbeiten. Das ist eine fachliche Empfehlung, keine für alle Berufe geltende gesetzliche Pflicht, sinnvoll ist sie aber für jeden, der engen Kontakt zu anderen Menschen hat.
Wann Sie unbedingt zum Arzt sollten
Die meisten Fälle heilen ohne spezifische Behandlung aus, wichtig ist vor allem, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ärztliche Hilfe sollten Sie aber nicht hinauszögern bei hohem Fieber, Blut im Stuhl oder Erbrochenem, starken oder ungewöhnlich anhaltenden Bauchschmerzen, Anzeichen von Austrocknung wie starkem Durst, seltenem Wasserlassen oder Schwindel, sowie wenn die Symptome deutlich länger als eine Woche anhalten. Bei Säuglingen, kleinen Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem gilt grundsätzlich eine niedrigere Schwelle für den Arztbesuch, weil Austrocknung hier schneller gefährlich werden kann.
Häufige Fragen zu Magen-Darm und Krankschreibung
Wie lange wird man bei einer Magen-Darm-Grippe krankgeschrieben?
Das kommt auf den Einzelfall an, eine feste Zahl gibt es nicht. Bei leichten Beschwerden reicht seit Dezember 2023 oft schon ein Anruf, dann kann die Praxis Sie für bis zu 5 Kalendertage krankschreiben.
Kann ich mich bei Magen-Darm einfach telefonisch krankschreiben lassen?
Möglich, aber kein Anspruch: Ärzte können bei leichten Beschwerden und bekannten Patienten eine Erstbescheinigung von bis zu 5 Tagen nach Telefonat ausstellen, entscheiden aber im Einzelfall, ob sie das tun.
Wie lange dauert eine typische Magen-Darm-Grippe?
Meist drei bis fünf Tage, Erbrechen klingt häufig schon nach ein bis drei Tagen ab. Bakterielle Infektionen können länger dauern als virale.
Wie lange bin ich nach Abklingen der Symptome noch ansteckend?
Noroviren werden häufig noch sieben bis vierzehn Tage über den Stuhl ausgeschieden. Das Robert Koch-Institut empfiehlt für Berufe mit engem Personenkontakt, frühestens zwei Tage nach Ende der akuten Symptome wieder zu arbeiten.
Fazit: Kurze Krankheit, klare Regeln seit 2023
Nach drei bis fünf Tagen ist der Spuk bei den meisten vorbei, kürzer als es sich in der ersten Nacht anfühlt. Bei der Krankschreibung hat sich seit Ende 2023 etwas getan: Ein Anruf kann für bis zu 5 Tage reichen, wenn die Praxis mitspielt, einen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Und wer schon per Telefon krankgeschrieben war, muss für eine Verlängerung trotzdem noch einmal persönlich vorbei. Ein Punkt bleibt oft unterschätzt: Auch wer sich schon besser fühlt, steckt andere teils noch tagelang an, etwas Geduld im Umgang mit anderen zahlt sich also aus.
Quellen und Recherchestand
Recherchestand: 18. September 2026.
- Telefonische Krankschreibung zur Entlastung von Praxen und Versicherten wieder möglich, Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): § 4 Abs. 5a AU-Richtlinie, Voraussetzungen, Dauer, Folgebescheinigung.
- § 5 EFZG: Anzeige- und Nachweispflichten, gesetze-im-internet.de (Bundesministerium der Justiz): Attestpflicht ab dem vierten Kalendertag, früherer Verlangen durch Arbeitgeber möglich.
- RKI-Ratgeber Norovirus-Gastroenteritis, Robert Koch-Institut: Virusausscheidung nach Erkrankung, Wiederzulassungsempfehlung für Beschäftigte.
- Campylobacter-Infektionen, Robert Koch-Institut: Meldezahlen, häufigste bakterielle Durchfallerkrankung in Deutschland.












